Bedeutung der Musik im Candomblé
Im Candomblé hat die Musik vor allem die Aufgabe, die Orixás anzurufen und als Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern zu fungieren.

Spirituelle Verbindung
Durch die Rhythmen und Gesänge stellen die Anhänger eine spirituelle Verbindung her, die die Manifestation der Orixás ermöglicht. In der Bahia de Todos os Deuses (Bucht aller Götter) haben die Priesterinnen und Anhängerinnen des Candomblé mit ihren prunkvollen Gewändern – Turbane (Torços), Küstentücher, weite Gewänder, ausgestellte Röcke mit mehreren gestärkten Spitzenunterröcken sowie Armbänder und Halsketten in den Farben der Orixás – ein Bild geschaffen, das zum traditionellen Symbol der afro-brasilianischen Kultur geworden ist.
Heilige Trommeln
Die heiligen Trommeln, bekannt als Run (die größte), Rumpi (die mittlere) und Lé (die kleinste), spielen eine wichtige Rolle in den Ritualen und werden von den Anhängern wie Götter verehrt. Diese Trommeln empfangen Opfergaben, Verbeugungen und sind ein wesentlicher Bestandteil des Kultes.
Sie sind keine gewöhnlichen oder „heidnischen” Instrumente, sondern werden in einer Zeremonie mit Taufpaten und Taufpatinnen, Weihwasser und bestimmten Ritualen getauft. Jedes Jahr werden sie mit Dendê-Öl, Honig, Weihwasser und dem Blut eines Huhns „gefüttert“, das rituell geopfert wird, da vierbeinige Tiere niemals für die Trommeln geopfert werden.
Die Musik und die Personifizierung der Orixás
Ritmo do Candomblé
Die Musik ist für den Candomblé von zentraler Bedeutung, da durch sie die Inkarnation der Orixás stattfindet. Die Trommeln kommunizieren direkt mit den Gottheiten und rufen sie zur Erde zurück.
Verwendete Instrumente
Neben den Atabaques werden weitere Instrumente verwendet, wie die Aguidavi (noch grüne Holzstäbe), mit denen die Atabaques geschlagen werden, und die Agogô (eine einfache oder doppelte Metallglocke), die mit einem Metallstab den Rhythmus vorgibt.
Jede Candomblé-Nation hat ihre eigene Art, die Atabaques zu spielen. So werden in den Terreiros der Nation Angola die Trommeln mit den Händen gespielt, während in den Terreiros der Nation Ketu die Aguidavis verwendet werden.
Rhythmen der Orixás
Jeder Orixá hat seine eigenen Rhythmen, die sein Wesen widerspiegeln. Zu den bekanntesten Rhythmen des Candomblé gehören:
- Ajagun, ein kriegerischer Klang, der dem Ogum gewidmet ist;
- Alujá, der kraftvolle Rhythmus des Xangô;
- Agueré, verwendet von Oxóssi, Orixá, dem Jäger;
- Igbin, ein langsamer Rhythmus, der Oxalá gewidmet ist;
- Opanijé, charakteristisch für Omolú.
Ein weiterer wichtiger Rhythmus ist Ijexá, der vor allem mit Oxum, aber auch mit Ogum, Oxóssi, Logunedé und Oxalá in Verbindung gebracht wird.
Schlussfolgerung
Diese Rhythmen mit ihrer Vielfalt und Komplexität sind zentrale Elemente der religiösen Praxis im Candomblé und verdienen eine eingehende Untersuchung, um ihren kulturellen Reichtum und ihre Spiritualität zu verstehen.
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