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Kirche und Kloster São Francisco – Geschichte, Besonderheiten und die Schönheit des Barocks in Salvador
Die Kirche und das Kloster São Francisco, deren Bau im 17. Jahrhundert begonnen und im 18. Jahrhundert vollendet wurde, zählen zu den prächtigsten Beispielen des portugiesischen Barocks in Brasilien und sind das prunkvollste Sakralbauwerk in Salvador. Mit ihrer Kombination aus Architektur, vergoldeten Holzschnitzereien, Gemälden und Kacheln ziehen sie Besucher und Wissenschaftler aus aller Welt an.


Videos über die Kirche und das Kloster São Francisco

Igreja de São Francisco - Caverna de Ouro08:59

Igreja e Convento de São Francisco em Salvador09:07

Igreja e Convento de São Francisco - Igreja de Ouro09:10
Ursprung und Chronologie
- 1587: Ankunft der ersten Franziskaner in Salvador; vermutete Gründung des ersten Klosters.
- 1624: Schäden durch den niederländischen Einfall und anschließender Wiederaufbau.
- 1686: Planung und Baubeginn unter der Leitung von Bruder Vicente das Chagas.
- 1708: Grundsteinlegung für die neue Kirche; Fertigstellung des Gebäudes im Jahr 1723; die Ausgestaltung zog sich noch einige Zeit hin.
- 1733–1737: Deckenmalereien von Bruder Jerônimo da Graça.
- 1737: Bei Bartolomeu Antunes de Jesus in Lissabon bestellte Kacheln.
- 1749: Fertigstellung des Kreuzgangs.
- 1752: Fertigstellung des Klosters.
- 1782: Fertigstellung der Fliesenarbeiten und der letzten Feinarbeiten am Eingangsbereich.
- 20. Jahrhundert: regelmäßige Restaurierungsmaßnahmen.
Architektonische und dekorative Merkmale
Der Grundriss ist für die Franziskanerordnung im Nordosten untypisch und weist drei Schiffe auf. Die Steinfassade, die auf einen Platz mit Kreuzung ausgerichtet ist, weist manieristische Einflüsse auf: zwei schlichte Seitentürme und einen im Giebelbereich reich verzierten Mittelbau.
Der Innenraum ist mit üppigen Schnitzereien und Vergoldungen an Wänden, Säulen, Decke und Kapellen verziert – mit Rosetten, Friesen, Voluten, Engeln und Vögeln – und besticht durch herausragende vergoldete Holzschnitzereien. Die Decke zieren Gemälde von Frei Jerônimo da Graça; im seitlichen Eingangsbereich befindet sich ein illusionistisches Gemälde, das José Joaquim da Rocha zugeschrieben wird.
Die portugiesischen Kacheln aus dem 18. Jahrhundert zeigen moralische Szenen und Episoden aus dem Leben des Heiligen Franziskus. Der Boden des Hauptschiffs besteht aus vielfarbigem Marmor (Portugal, 1738). Der quadratische Kreuzgang beherbergt die größte Sammlung portugiesischer Kacheln in Brasilien.
Zu den Exponaten gehören Balustraden aus Jacarandaholz von Frei Luís de Jesus sowie Seitenaltäre, die der Unbefleckten Empfängnis, dem Heiligen Antonius, dem Heiligen Benedikt, dem Heiligen Petrus von Alcântara und dem Heiligen Josef gewidmet sind.
Fotogalerie der Kirche und des Klosters São Francisco

Unten: Die gerahmten Gemälde an der Decke stellen Szenen aus dem Leben von Christus und der Jungfrau Maria dar, sowie von Figuren aus dem Alten Testament, die Vorbilder für diese waren.
Der Kreuzbogen ziert dasselbe Wappen des Franziskanerordens mit dem Wappen Portugals.
An den beiden Seitenaltären ist links ein Bild der Unbefleckten Empfängnis (eine vor allem von den Franziskanern verbreitete Verehrung) und rechts eines des Heiligen Antonius von Lissabon (oder von Padua), der ebenfalls ein Schüler des Heiligen Franziskus war.

Unten sehen Sie einen Überblick über die Kirche.


Die Seitenkapellen sind auf der einen Seite der Heiligen Anna, der Heiligen Lucia und der Heiligen Efigénia gewidmet, auf der anderen Seite dem Heiligen Benedikt, dem Heiligen Petrus von Alcántara und dem Heiligen Josef. Die Balustraden aus Jacarandaholz stammen von Bruder Luís de Jesus, einem Laienbruder des Franziskanerordens.





Der Boden des Hochaltarraums besteht aus Marmor in verschiedenen Farben, der so bearbeitet wurde, dass er Blätterwerk darstellt. Der Bodenbelag wurde 1738 aus Portugal geliefert. Und die Kacheln an den Wänden, die ebenfalls aus Portugal stammen, zeigen Szenen aus dem Leben des Heiligen Franziskus.


Ikonografie und Symbolik
Der Querschiffbogen und die Fassade zeigen das Franziskanerwappen mit den Wappen Portugals. Die Deckenmalereien erzählen Szenen aus dem Leben Christi, der Jungfrau Maria und Figuren aus dem Alten Testament. Der Hochaltar stellt den Heiligen Franziskus vor den gekreuzigten Christus und schafft so einen Kontrast zwischen Strenge und barocker Pracht.
Kloster und moralische Botschaften
Die Tafeln im Kreuzgang zeigen Motive aus dem „Teatro moral de la vida humana…“ sowie klassische Embleme. Die Inschriften enthalten Botschaften wie „Reich ist, wer nichts begehrt“ und „Der Tod erwartet alle gleichermaßen“ und regen zum Nachdenken über Tugend, Tod und Ausgewogenheit an.




Nutzung und Kontrast von Räumen
Die Gottesdiensträume zeichnen sich durch einen großen dekorativen Reichtum aus, während die Klosterräume – Speisesäle, Säle und Zellen – im Einklang mit dem franziskanischen Gelübde der Armut schlicht und rustikal gehalten sind.
Bedeutung und Erhaltung
Die Kirche und das Kloster São Francisco in Salvador gelten als Meilensteine des portugiesischen Barocks in der Neuen Welt. Ihr Kulturerbe – Kacheln, Holzschnitzereien, Gemälde und Marmorarbeiten – erfordert eine kontinuierliche Pflege und regelmäßige Restaurierungsarbeiten.
Besichtigung
Die Kirche und das Kloster São Francisco liegen im historischen Zentrum von Salvador und sind ein Muss für alle, die sich für sakrale Kunst, barocke Architektur und die Religionsgeschichte Bahias interessieren.

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