José Américo de Almeida: Literarisches und politisches Erbe des brasilianischen Nordostens
José Américo de Almeida (1887-1980) war ein brasilianischer Schriftsteller und Politiker. Sein Werk „A Bagaceira“ war der Beginn der regionalistischen Generation des Nordostens und ist eine Sozialkritik an der Realität der Landarbeiter dieser Region. Am 27. Oktober 1966 wurde er an 38. Stelle in die Brasilianische Akademie der Literatur gewählt. Er war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Rechtsanwalt, Universitätsprofessor, Volkskundler und Soziologe.

Leben und Ausbildung
José Américo de Almeida wurde am 10. Januar 1887 in der Zuckerfabrik Olho d’Água in der Gemeinde Areias, Paraíba, geboren. Als er neun Jahre alt war, starb sein Vater und er kam in die Obhut seines Onkels, Pater Odilon Benvindo. Er studierte am Liceu Paraibano.
Er zog nach Recife, wo er an der Rechtsfakultät studierte und 1908 graduierte. Er arbeitete als Richter und Staatsanwalt im Distrikt Recife und im Distrikt Sousa in Paraíba.
A Bagaceira und die Generation der Regionalisten
Biografia de José Américo de Almeida
1928 veröffentlichte er den Roman „A Bagaceira“, der ihn landesweit bekannt machte und die regionalistische Generation des Nordostens begründete. Der Titel bezieht sich auf den Ort, an dem sich die Bagasse des Zuckerrohrs in der Mühle sammelt. Im übertragenen Sinne kann er sich auf einen „unbedeutenden Gegenstand“ oder sogar auf „unglückliche Menschen“ beziehen. Im Vorwort drückt der Autor sein Erstaunen über die Realität des Nordostens aus : „Es gibt ein größeres Elend, als in der Wüste zu verhungern: es ist, im Land Kanaan nichts zu essen zu haben.“.
Die Romanfigur Lúcio ist Universitätsstudent und Sohn eines Plantagenbesitzers. Er verkörpert die Dualität von Bauer und Universitätsstudent und spiegelt die sozialen und wirtschaftlichen Spannungen des Nordostens wider. Die Handlung spielt sich auf zwei Ebenen ab. Auf der ersten schildert und analysiert der Autor das ländliche Leben, wobei er die vor der Dürre fliehenden Sertanejos, die vorübergehend in den Mühlen arbeiten, in den Vordergrund stellt, sie mit den fest angestellten Arbeitern des Dorfes vergleicht und die kollektive Unwissenheit und Elendigkeit thematisiert. Im Hintergrund erzählt sie von einer Liebesgeschichte zwischen dem Exilanten Soledade, Lúcio und seinem Vater Dagoberto.
Politische Karriere
José Américo de Almeida widmete sich auch der Politik und war Gouverneur von Paraíba. Während seiner Amtszeit gründete er die Bundesuniversität von Paraíba und wurde ihr erster Rektor. Unter Getúlio Vargas wurde er zum Minister für Straßen und öffentliche Arbeiten und zum Minister des Bundesrechnungshofes ernannt. Almeida spielte eine wichtige Rolle im Bildungswesen und bei der Modernisierung des Bundesstaates Paraíba und gehörte zur intellektuellen Elite, die sich für soziale Verbesserungen in der Region einsetzte.
Sein Tod
José Américo de Almeida starb am 10. März 1980 in João Pessoa.
Werke von José Américo de Almeida
- Betrachtungen einer Ziege, Essay, 1922
- Paraíba und seine Probleme, 1923
- A Bagaceira, Roman, 1928
- Das Verkehrsministerium in der Provisorischen Regierung, 1933
- Der revolutionäre Zyklus im Verkehrsministerium, 1934
- Der Boqueirão, Roman, 1935
- Coiteiros, Roman, 1935
- Das Wort und die Zeit, Essay, 1937-45-50-65
- Trockenheit im Nordosten, 1953
- Gelegenheiten des Blutes, Essay, 1954
- Reden seiner Zeit, 1964-1965
- Der schwarze Engel, Essays, 1967
- Graça Aranha, Die Doktrin, Erinnerungen, 1968
- Ich und sie, Erinnerungen, 1970
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