Die Expedition von 1501: Erkundung, Routen und Berichte über die brasilianische Küste

Die Kapitäne der Flotte von Pedro Álvares Cabral schlugen vor, eine Expedition zu entsenden, um das neu entdeckte Land besser zu erkunden. Im Jahr 1501 folgte König Dom Manuel diesem Vorschlag und stellte drei Schiffe für die Mission bereit.

Das Hauptziel bestand darin, das neu entdeckte Land genauer zu erkunden: die Küste zu kartografieren, Häfen und geografische Besonderheiten zu identifizieren sowie Informationen über die Einwohner und Ressourcen, wie beispielsweise Brasilholz, zu sammeln. Darüber hinaus sollten Besitzansprüche und Routen für den zukünftigen Handel und die Schifffahrt festigt werden.

A Expedição de 1501: exploração, rotas e relatos sobre o litoral brasileiro
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A Expedição de 1501: exploração, rotas e relatos sobre o litoral brasileiro

1. Leitung der Expedition

Wer das Kommando über die Flotte hatte, ist nicht sicher. Während Vamhagen den Reeder Dom Nuno Manuel nannte, war es laut Cândido Mendes de Almeida André Gonçalves.

Dieser Name wurde von João Capistrano de Abreu und dem Baron von Rio Branco eine Zeit lang akzeptiert, später jedoch verworfen, da sein Name aus mehreren Listen der Kommandanten von Cabral gestrichen wurde.

Der portugiesische Historiker Duarte Leite vertrat die Meinung, dass der Kommandant Fernão de Noronha gewesen sei und es sich um eine private Expedition gehandelt habe, die vom Florentiner Kaufmann Bartolomeu Marchioni organisiert worden sei. Diese Hypothese wird jedoch als inakzeptabel angesehen.

Auch der Name Gonçalo Coelho wurde vorgeschlagen. Am wahrscheinlichsten ist jedoch die Hypothese, dass Gaspar de Lemos das Kommando hatte. Er war der Kapitän von Cabral, der die Nachricht von der Entdeckung überbrachte.

2. Teilnehmer und Quellen

Auch der Florentiner Amerigo Vespucci nahm an der Expedition teil. Er wurde ebenfalls zu Unrecht als Kommandant bezeichnet. Die meisten Informationen über diese Reise stammen von ihm.

Durch den Abgleich der Berichte mit den auf Karten jener Zeit verzeichneten Ortsnamen – insbesondere auf der sogenannten Cantino-Karte – sowie mit der notariellen Urkunde von Valentim Fernandes, dem Notar der deutschen Kaufleute in Lissabon, erhält man zuverlässige Daten über die Erforschung und Benennung geografischer Merkmale an der Ostküste Brasiliens.

3. Route und gesichtete Punkte

Mapa do Brasil de 1597 - Este mapa antigo, que retrata as áreas costeiras do Brasil, faz parte do primeiro atlas impresso dedicado exclusivamente às Américas. Há nomes de lugares ao longo da costa, enquanto o interior permanece inexplorado. A cartela com motivos decorativos repousa sobre o Trópico de Capricórnio. "Brasilia", Wytfliet, Cornelis
Karte von Brasilien aus dem Jahr 1597 – Diese alte Karte, die die Küstengebiete Brasiliens darstellt, ist Teil des ersten gedruckten Atlas, der ausschließlich den Amerikas gewidmet ist. Entlang der Küste sind Ortsnamen angegeben, während das Landesinnere unerforscht bleibt. Die Kartusche mit dekorativen Motiven befindet sich auf dem Wendekreis des Steinbocks. „Brasilia”, Wytfliet, Cornelis

Im Mai 1501 brach die Flotte von Lissabon aus auf und traf in der Nähe von Kap Verde auf einen Teil der Flotte von Cabral, die aus Indien zurückkehrte.

Er überquerte den Atlantik in 67 Tagen, davon verbrachte er 44 Tage in Stürmen. In der Nähe des heutigen Rio Grande do Norte erreichte er Land und begann mit der Erkundung.

Sie wurden nacheinander gesichtet und nach den Heiligen des jeweiligen Tages sowie dem religiösen Kalender jener Zeit benannt.

  • 16. August 1501: Kap São Roque
  • 28. August 1501: Cabo de Santo Agostinho
  • 29. September 1501: Rio São Miguel
  • 4. Oktober 1501: São Francisco Fluss
  • 1. November 1501: Allerheiligenbucht
  • 21. Dezember 1501: Kap São Tomé
  • 1. Januar 1502: Rio de Janeiro
  • 6. Januar 1502: Angra dos Reis
  • 20. Januar 1502: Insel São Sebastião
  • 22. Januar 1502: Hafen von São Vicente

4. Mögliche weitere Zwischenstopps

Vamhagen vermutete, dass die Flotte anschließend möglicherweise die Orte Cananéia und Cabo de Santa Maria (Mündung des später so genannten Prata-Flusses) angelaufen sei. Diese sind ebenfalls auf alten Karten verzeichnet.

5. Bericht von Valentim Fernandes aus dem Jahr 1508

Laut der notariellen Urkunde von Valentim Fernandes aus dem Jahr 1508, die von Vespúcio bestätigt und ergänzt wurde, folgte die Flotte „fast 760 Seemeilen lang der Küste dieses Landes, fand dort Völker, die alle dieselbe Sprache sprachen, taufte viele von ihnen und erreichte, weiter nach Süden vorstoßend, den südlichen Pol bei 58 Grad. Nachdem sie auf See große Kälte angetroffen hatte, kehrte sie in die Heimat zurück” – und das noch im Jahr 1502.

Diese Daten stammen aus den Erzählungen zweier Männer, die zwanzig Monate lang dort lebten. Es könnte sich um die von Pedro Álvares Cabral zurückgelassenen Verbannten handeln.

6. Abschließende Bemerkungen zu den Berichten Vespuccis

Lässt man die apokryphen Briefe mit den Titeln „Mundus Novus” und „Lettera a Soderini” außer Acht und bevorzugt stattdessen den Brief an Lorenzo de’ Medici (Lissabon, 1502), der im Codice Riccardiano in Florenz kopiert wurde, fallen in den Berichten von Vespucci folgende Punkte besonders auf: das milde Klima des Landes, die Bräuche der Einwohner (einschließlich Kannibalismus) und das Vorkommen von Brasilholz.

Expedição de 1501 ao litoral brasileiro
Expedition von 1501 an die brasilianische Küste

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