Gründung von Paraíba: Geschichte von João Pessoa

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Geschichte der Gründung von Paraíba und João Pessoa

Die Geschichte der Gründung von Paraíba beginnt lange vor der Ankunft der Portugiesen. Vor 1500 war die Küste von Paraíba von den Völkern der Potiguara und Tabajara bewohnt, während im Landesinneren die Cariri und andere Gruppen lebten, die man Tapuia nannte.

Danach wurde das Kapitanat nur unter großen Schwierigkeiten erobert: Zwischen 1574 und 1585 waren fünf Expeditionen nötig, bis Portugiesen und Tabajara am 5. August 1585 die Stadt Nossa Senhora das Neves gründeten, das heutige João Pessoa.

Kurzüberblick – Gründung von Paraíba

Jahr Ereignis
1534 Zunächst gehört das Gebiet zum Kapitanat Itamaracá, das Pero Lopes de Sousa übertragen wird
1574 Angriff auf die Zuckermühle von Tracunhaém; daraufhin schafft der König das königliche Kapitanat Paraíba
1574–1585 Fünf Expeditionen versuchen, Paraíba zu erobern
5/8/1585 Schließlich Gründung der Stadt Nossa Senhora das Neves
1634–1654 Niederländische Herrschaft; in dieser Zeit heißt die Stadt Frederikstadt
1654 Vertreibung der Niederländer; danach heißt die Stadt Parahyba
1756–1799 Das Kapitanat wird Pernambuco angegliedert
1817 und 1824 Revolução Pernambucana (Pernambucanische Revolution) und Confederação do Equador (Konföderation des Äquators)
4/9/1930 Die Hauptstadt heißt fortan João Pessoa

Die Vorgeschichte der Eroberung von Paraíba

In den ersten Jahrzehnten nach 1500 erkundete Portugal Brasilien kaum. Schließlich richteten sich die portugiesischen Interessen auf den Gewürzhandel in Indien, und an der brasilianischen Küste hatte man kein Gold gefunden.

Inzwischen begannen Freibeuter, vor allem Franzosen, das Brasilholz (pau-brasil) zu gewinnen. Dieser Baum stammt aus dem Atlantischen Regenwald, und aus ihm gewann man einen roten Farbstoff, mit dem in Europa Stoffe gefärbt wurden. Zu diesem Zweck schlossen sie Bündnisse mit den Potiguara. Sie tauschten Werkzeuge und andere Gegenstände gegen die Arbeit, das Holz zu fällen und zu verladen; diesen Tauschhandel nannte man escambo.

Besorgt über diesen Handel schickten die Portugiesen Expeditionen zur Küstenwache. Allerdings gelang es ihnen nicht, den Schmuggel zu beenden. Deshalb schuf König D. João III. im Jahr 1534 das System der Erbkapitanate (capitanias hereditárias) und teilte die Kolonie in etwa 15 Lose auf, die an 12 Lehnsherren (donatários) vergeben wurden.

Recens Elaborata Mappa Geographica Regni Brasiliae in America Meridionali, Maxime Celebris Accuratae Delineata, Seutter, Matthias - 1730
Karte Brasiliens von Matthias Seutter, 1730.

Das Kapitanat Itamaracá

Zu ihnen gehörte auch das Kapitanat Itamaracá, das vom Kanal von Santa Cruz bis zur Baía da Traição reichte und den größten Teil des heutigen Paraíba umfasste. Es wurde Pero Lopes de Sousa übertragen, der sein Amt jedoch nie antrat. Stattdessen kamen Verwalter wie Francisco Braga und später João Gonçalves, der die Vila da Conceição gründete und Zuckermühlen (engenhos) baute.

Nach dem Tod von João Gonçalves verfiel das Kapitanat jedoch, und der Holzschmuggel ging weiter.

Kapitanat Itamaracá, Brasilien - Horatius - Andreas Antonius - 1698
Karte des Kapitanats Itamaracá mit einem Teil von Paraíba, 1698 von Antonio Horacio Andreas für das Werk von João José de Santa Teresa über den portugiesisch-niederländischen Krieg gestochen.

Die Tragödie von Tracunhaém (1574)

Im Jahr 1574 griffen mit den Franzosen verbündete Potiguara die Zuckermühle von Diogo Dias in Tracunhaém an und töteten alle Bewohner. Als Reaktion darauf trennte König D. Sebastião die Region von Itamaracá ab und schuf das königliche Kapitanat Paraíba (Capitania Real da Paraíba), das direkt von der Krone verwaltet wurde.

Für die Portugiesen war die Eroberung von Paraíba entscheidend. Erstens schützte die Region das reiche Kapitanat Pernambuco. Außerdem würde die Eroberung das Bündnis zwischen Potiguara und Franzosen brechen und den Weg für die Kolonisierung des Nordens öffnen.

Die Eroberung von Paraíba: die fünf Expeditionen

Zusammen mit dem Befehl, das neue Kapitanat zu schaffen, erhielt der Generalgouverneur D. Luís de Brito vom König drei Aufträge: die Verantwortlichen für den Angriff zu bestrafen, die Franzosen zu vertreiben und eine Stadt zu gründen. So begannen die fünf Expeditionen zur Eroberung von Paraíba, die schließlich zur Gründung von Paraíba führten.

Erste Expedition (1574)

Befehlshaber war der königliche Oberrichter (ouvidor-geral) Fernão da Silva. Nach seiner Ankunft nahm er das Land ohne Widerstand im Namen des Königs in Besitz. Allerdings war das eine Falle: Seine Truppe wurde von den Indigenen überrascht und musste sich nach Pernambuco zurückziehen.

Zweite Expedition (1575)

Diesmal führte der Generalgouverneur D. Luís de Brito die Expedition selbst an. Ungünstige Winde verhinderten jedoch, dass die Schiffe Paraíba erreichten. Drei Jahre später versuchte es auch der neue Generalgouverneur Lourenço da Veiga, allerdings ohne Erfolg.

Dritte Expedition (1579)

Frutuoso Barbosa nahm den Auftrag unter der Bedingung an, Paraíba zehn Jahre lang zu regieren, falls er es eroberte. Doch ein schwerer Sturm traf seine Flotte, die daraufhin nach Portugal zurückkehren musste, und auf der Reise verlor er seine Frau.

Vierte Expedition (1582)

Mit demselben Angebot kehrte Frutuoso Barbosa entschlossen zurück, Paraíba zu erobern. Doch erneut geriet er in einen Hinterhalt von Indigenen und Franzosen, und er gab auf, nachdem er einen Sohn im Kampf verloren hatte.

Fünfte Expedition (1584)

Endlich vertrieb 1584 die spanische Flotte von Diogo Flores Valdés mit Frutuoso Barbosa und Filipe de Moura die Franzosen von der Mündung des Flusses Paraíba. Anschließend errichtete sie dort das Forte de São Filipe e São Tiago zu Ehren von König Philipp II. von Spanien, der seit 1580 als Philipp I. auch über Portugal herrschte.

Die Gründung von Nossa Senhora das Neves (1585)

Trotzdem wurde das Fort von den Potiguara belagert, und wegen der Streitigkeiten zwischen Spaniern und Portugiesen geriet es in Schwierigkeiten. Deshalb traf im März 1585 der königliche Oberrichter Martim Leitão mit einer Truppe aus Weißen, Indigenen, Versklavten und Geistlichen in der Region ein.

Unterwegs nahm die Truppe eine Gruppe Indigener gefangen. Als Leitão erfuhr, dass es Tabajara waren, ließ er sie frei und erklärte, er kämpfe nur gegen die Potiguara, ihre Rivalen. Dennoch lehnten die Tabajara das erste Bündnisangebot ab, weil sie einen Verrat fürchteten.

Capitaniarum de Phernambuca, Itamaraca, Paraiba, et Rio Grande Nova Delineatio, 1650
Karte der Kapitanate Pernambuco, Itamaracá, Paraíba und Rio Grande, 1650.

Inzwischen verschlechterte sich die Lage im Fort. Der Spanier Castrejón, der die Besatzung befehligte, gab das Fort auf, zerstörte es und warf die Artillerie ins Meer. Daher ließ Leitão ihn verhaften und nach Spanien zurückschicken.

Das Bündnis mit den Tabajara

Kurz darauf, am 2. August 1585, schloss Hauptmann João Tavares einen Friedensvertrag mit dem Tabajara-Häuptling Piragibe, dessen Name „Fischarm“ bedeutet. Mit diesem Bündnis zogen sich die Potiguara zurück.

So wurde am 5. August 1585 auf einem Hügel am Ufer des Flusses Sanhauá, eines Nebenflusses des Paraíba, die Cidade Real de Nossa Senhora das Neves gegründet. Der Name stammt von der Heiligen des Tages, die bis heute Schutzpatronin der Stadt ist. Gleich danach holte Martim Leitão Steinmetze, Zimmerleute und andere Arbeiter, um die Stadt aufzubauen, und zog zur Baía da Traição, um die letzten Franzosen zu vertreiben.

Mit der Gründung von Paraíba entstand somit nach Salvador (1549) und Rio de Janeiro (1565) die dritte in Brasilien gegründete Stadt und zugleich die letzte des 16. Jahrhunderts.

Karte Provincia di Paraiba - 1698 - Horatius - Andreas Antonius
Karte der Provinz Paraíba mit ihren Flüssen und Zuckermühlen, 1698 von Antonio Horacio Andreas gestochen.

Die Namen der Stadt João Pessoa

Im Laufe von fast vier Jahrhunderten wechselte die Hauptstadt von Paraíba mehrmals ihren Namen:

  • Cidade Real de Nossa Senhora das Neves (1585) – zu Ehren der Heiligen des Gründungstages.
  • Filipeia de Nossa Senhora das Neves – kurz danach, zu Ehren von König Philipp II. von Spanien und I. von Portugal.
  • Frederikstadt (1634) – während der niederländischen Herrschaft, zu Ehren des Prinzen Friedrich Heinrich von Oranien.
  • Parahyba oder Parahyba do Norte (1654) – nach der Vertreibung der Niederländer.
  • João Pessoa (1930) – durch das Landesgesetz Nr. 700 vom 4. September 1930, zu Ehren des in jenem Jahr ermordeten Präsidenten des Bundesstaates.

Der Name Paraíba hingegen stammt aus dem Tupi und wird meist mit „schlechter Fluss“ oder „schwer schiffbarer Fluss“ übersetzt. Der Historiker Varnhagen nennt ebenfalls „böser Fluss“, und Teodoro Sampaio „unpassierbarer Fluss“. Davor nannten die Portugiesen den Fluss São Domingos.

Fundação da Paraíba

Fundação da Capital da Paraíba - João Pessoa

Die ersten Jahre der Stadt

In den ersten Jahrzehnten wuchs die Stadt langsam. Zu den wichtigsten Bewohnern gehörte Duarte Gomes da Silveira, ein Gefährte von Martim Leitão, der Prämien für den Bau von Häusern auslobte. Außerdem gründete er 1639 das Majorat (Morgado) Salvador do Mundo als Vermögen der Santa Casa de Misericórdia.

In den 1630er-Jahren hatte Filipeia etwa 1.500 Einwohner, und in der Umgebung arbeiteten 18 Mühlen für Zuckerrohr.

Später, im 18. Jahrhundert, prägten neue Kirchen die Ausdehnung der Stadt. Unter ihnen ragt das barocke Ensemble aus der Igreja de São Francisco und dem Convento de Santo Antônio hervor, heute das Centro Cultural São Francisco.

Die ersten Generalkapitäne von Paraíba

João Tavares (1585–1588)

Als erster Generalkapitän (capitão-mor) erhielt João Tavares von Martim Leitão den Auftrag, die neue Stadt zu bauen. Dafür kamen Ritter, Steinmetze, Zimmerleute und Jesuiten. Zudem gründete er die erste Zuckermühle, die d’El-Rei, in Tibiri, die vom Forte de São Sebastião geschützt wurde.

In dieser Zeit kümmerten sich die Jesuiten um die Katechese der Indigenen. Außerdem konnte die Regierung auf die Hilfe von Duarte Gomes da Silveira zählen, einem Zuckermühlenbesitzer, der über 50 Jahre lang eine der großen Persönlichkeiten des Kapitanats war. Im Jahr 1588 wurde João Tavares jedoch auf Beschluss der Krone abgesetzt.

Frutuoso Barbosa (1588–1591)

Nachdem er am Hof lange darauf gedrängt hatte, wurde Frutuoso Barbosa schließlich zum Generalkapitän ernannt, mit D. Pedro de la Cueva als militärischem Befehlshaber. In dieser Zeit kamen auch die Franziskanermönche, die bald in Konflikt mit den Jesuiten gerieten.

Die Potiguara nutzten das Durcheinander und griffen Besitzungen an. Deshalb eilten der Generalkapitän von Itamaracá, João Tavares und Piragibe mit seinen Kriegern zu Hilfe. Unterwegs starb João Tavares jedoch plötzlich. Trotzdem besiegte die Gruppe die Potiguara.

Um die Rückkehr der Franzosen zu verhindern, ordnete Barbosa den Bau einer Festung in Cabedelo an. Schließlich verließ er 1591 die Regierung, da er der Konflikte mit den Potiguara und den Jesuiten müde war.

André de Albuquerque Maranhão (1591–1592)

André de Albuquerque regierte nur ein Jahr. In dieser Zeit bekämpfte er die Potiguara und errichtete Befestigungen wie das Forte de Inhobim, um die Zuckermühlen zu schützen. Dennoch gelang es den Potiguara, das Fort von Cabedelo in Brand zu setzen.

Feliciano Coelho de Carvalho (1592–1600)

Zuletzt bekämpfte Feliciano Coelho die Potiguara in der Copaoba, bis der Frieden mit den Indigenen geschlossen wurde. Außerdem ließ er Straßen anlegen und geriet in Konflikt mit den Franziskanern.

Religiöse Orden im Kapitanat Paraíba

Jesuiten

Die Jesuiten waren die ersten Missionare, die in das Kapitanat kamen. Allerdings führten die Konflikte mit den Franziskanern, die weniger strenge Methoden anwandten, 1593 zu ihrer Vertreibung aus Paraíba. Mehr als ein Jahrhundert später kehrten sie zurück und gründeten ein Kolleg, an dem sie Latein, Philosophie und Literatur unterrichteten.

Später gründeten sie ein Seminar an der Igreja de Nossa Senhora da Conceição, wo sich heute der Garten des Regierungspalastes befindet. Im Jahr 1759 wies der Marquês de Pombal die Jesuiten jedoch aus ganz Brasilien aus.

Franziskaner

Auf Bitten von Frutuoso Barbosa kamen die Franziskaner 1589, um die Indigenen zu katechisieren. Unter der Leitung von Frei Antônio do Campo Maior gründeten sie das erste Kloster des Kapitanats und wirkten in mehreren Dörfern. Ebenso wie die Jesuiten lehnten sie die Versklavung der Indigenen ab. Daher wurde ihr großes Kloster, wo sich heute die Praça São Francisco befindet, zu einem der Zentren des religiösen Lebens der Stadt.

Benediktiner und Karmeliten

Die Benediktiner erhielten von Feliciano Coelho ein Grundstück für den Bau ihres Klosters, unter der Bedingung, es innerhalb von zwei Jahren fertigzustellen. Obwohl die Frist nicht eingehalten wurde, hielt der Gouverneur an der Schenkung fest. Noch heute bewahrt die Igreja de São Bento eine Wetterfahne aus dem Jahr 1753.

Die Karmeliten wiederum wurden 1580 von Kardinal D. Henrique gerufen, kamen aber erst Jahre später nach Paraíba, bereits unter spanischer Herrschaft. Sie gründeten ein Kloster und die Igreja do Carmo. Leider ging ein großer Teil der Dokumente über diese Zeit während der niederländischen Besatzung verloren.

Die indigenen Völker von Paraíba

Zur Zeit der Eroberung gab es in Paraíba zwei große indigene Gruppen: die Tupi an der Küste und die Tapuia im Landesinneren, vor allem die Cariri.

  • Tabajara: eine Tupi-Gruppe an der Südküste mit etwa 5.000 Menschen, die sich mit den Portugiesen verbündete. Zu ihren Dörfern gehörten Alhandra und Taquara.
  • Potiguara: ebenfalls Tupi, zahlreicher und Feinde der Tabajara; sie bewohnten die Nordküste bis zum Rio Grande do Norte und verbündeten sich mit den Franzosen.
  • Cariri und andere Tapuia: schließlich bewohnten sie das Borborema-Hochland und den Sertão bis an die Grenzen von Ceará, Rio Grande do Norte und Pernambuco.

Einige indigene Anführer spielten in dieser Geschichte eine herausragende Rolle. So besiegelte zum Beispiel Piragibe den Frieden, der die Stadtgründung ermöglichte, Tabira kämpfte gegen die Franzosen, und Poti (Filipe Camarão) bekämpfte die Niederländer und kämpfte in der ersten Schlacht von Guararapes.

Noch heute leben die Potiguara in indigenen Territorien in den Gemeinden Baía da Traição, Marcação und Rio Tinto an der Nordküste. Dort pflegen sie Traditionen wie den Toré, einen rituellen Tanz, der bei den Festen am 19. April aufgeführt wird, und leben vor allem von Fischerei und Landwirtschaft.

Die niederländischen Invasionen in Paraíba

Im Jahr 1578 starb der junge König D. Sebastião in der Schlacht von Alcácer-Quibir in Marokko. Anschließend ging der Thron an seinen Onkel, Kardinal D. Henrique, über, der 1580 ohne Erben starb. Somit übernahm Philipp II. von Spanien die portugiesische Krone, und damit begann die Iberische Union.

Darstellung der Stadt und Festung Paraíba in der Landschaft Brasiliens - 1730
Karte der Mündung des Flusses Paraíba und seiner Forts, mit der niederländischen Flotte auf dem Fluss, 1730.

Das schadete den Niederländern, die gegen Spanien um ihre Unabhängigkeit kämpften und den Handel mit brasilianischem Zucker beherrschten. Da ihnen der Handel mit den portugiesischen Kolonien verboten war, gründeten sie 1621 die Westindische Kompanie, um die Zuckeranbaugebiete zu erobern.

Von Salvador zur Baía da Traição (1624–1625)

Der erste große Angriff war die niederländische Invasion von Salvador im Jahr 1624. Im Mai 1625 vertrieb jedoch das Geschwader von D. Fradique de Toledo Osório die Eindringlinge.

Beim Rückzug zogen die Niederländer unter Boudewijn Hendricksz zur Baía da Traição, wo sie an Land gingen und sich verschanzten. Im August 1625 wurden sie dann von Truppen aus Paraíba und Pernambuco sowie von indigenen Kämpfern vertrieben. Danach wurden die Potiguara, die den Niederländern geholfen hatten, hart verfolgt.

Die Angriffe auf Cabedelo (1631–1634)

Nachdem die Niederländer 1630 Olinda und Recife erobert hatten, richteten sie ihren Blick auf Paraíba. Aus Furcht vor neuen Angriffen verstärkten die Portugiesen die Fortaleza de Santa Catarina in Cabedelo und bauten am gegenüberliegenden Flussufer das Forte de Santo Antônio.

Fortaleza de Santa Catarina in Cabedelo PB
Fortaleza de Santa Catarina in Cabedelo PB

Tatsächlich landeten im Dezember 1631 etwa 1.600 niederländische Soldaten unter dem Kommando von Callenfels und hoben vor der Festung Schützengräben aus. Sie wurden jedoch besiegt, als 600 Männer aus Filipeia eintrafen. Später scheiterte auch ein neuer Versuch gegen das Forte de Santo Antônio, und die Niederländer kehrten zum Cabo de Santo Agostinho zurück.

Die niederländische Eroberung (1634)

Dennoch war Paraíba strategisch wichtig, um die Herrschaft über Pernambuco zu sichern. Deshalb brach im November 1634 ein Geschwader von 29 Schiffen mit etwa 2.500 Mann unter dem Kommando von Sigismund von Schkoppe nach Paraíba auf.

Nach wochenlangen Kämpfen übergaben die Verteidiger die Festung von Cabedelo und das Forte de Santo Antônio. Als die Niederländer am 24. Dezember 1634 Filipeia erreichten, fanden sie die Stadt leer vor: Vor ihrer Flucht hatten die Bewohner die wichtigsten Gebäude in Brand gesteckt. Daraufhin hieß die Stadt Frederikstadt.

Das niederländische Paraíba (1634–1654)

Zwei Jahrzehnte lang wurde Paraíba von niederländischen Verwaltern regiert:

  • Servaes Carpentier – regierte zudem den Rio Grande do Norte und wohnte im Convento de São Francisco.
  • Ippo Eyssens – war dagegen für seine Gewalttätigkeit bekannt und eignete sich die besten Zuckermühlen an.
  • Elias Herckmans – regierte etwa fünf Jahre und erkundete außerdem auf der Suche nach Minen das Landesinnere, wobei er bis zur Serra da Borborema gelangte.
  • Gijsbert de With – galt als der ehrlichste und menschlichste Verwalter.
  • Paulo de Linge – wurde schließlich von den Aufständischen besiegt und floh nach Cabedelo.

Selbst während der Besatzung leisteten die Menschen in Paraíba Widerstand. Unter der Führung von André Vidal de Negreiros, der aus Paraíba stammte, beteiligten sie sich an der Insurreição Pernambucana (Pernambucanischer Aufstand), die 1645 begann. Endlich wurden die Niederländer 1654 aus Brasilien vertrieben, und die Stadt hieß fortan Parahyba. Kurz darauf, im Jahr 1655, übernahm João Fernandes Vieira die Regierung des Kapitanats.

Mündung des Flusses Paraíba in Brasilien im Jahr 1671
Mündung des Flusses Paraíba mit dem Fort, das die Niederländer Castelo Margarida nannten, in einem Stich aus dem Werk von Arnoldus Montanus über die Neue Welt (1671).

Zuvor, im Januar 1640, hatte die portugiesisch-spanische Flotte des Conde da Torre die niederländische Flotte an der Küste zwischen Pernambuco und Paraíba angegriffen. Diese Flotte war 1638 in Lissabon ausgelaufen, aber eine Epidemie tötete etwa ein Drittel der Besatzung und zwang sie, monatelang auf den Kapverden zu bleiben. Deshalb war die Seeschlacht nicht entscheidend.

Praefecturae de Paraiba et Rio Grande - Blaeu Johannes - 1662
Karte der Kapitanate Paraíba und Rio Grande von Joan Blaeu (1662), basierend auf Vermessungen von Georg Markgraf und Elias Herckmans.

Die Eroberung des Landesinneren von Paraíba

Nach der Vertreibung der Niederländer wurde das Landesinnere durch religiöse Missionen, Erkundungszüge (entradas) und bandeiras besiedelt – bewaffnete Expeditionen ins Hinterland, deren Teilnehmer man bandeirantes nannte. In den Missionen katechisierten die Geistlichen die Indigenen, lehrten sie Handwerke und bauten Schulen. Unter ihnen ragte Pater Martim de Nantes hervor, aus dessen Mission der Ort Pilar hervorging.

Danach folgten die bandeiras. Der Generalkapitän Teodósio de Oliveira Ledo führte die erste von ihnen an, zog den Fluss Paraíba hinauf und gründete die Siedlung Boqueirão. Daher gilt er als der Hauptverantwortliche für die Besiedlung des Landesinneren von Paraíba, wohin er Familien und in Dörfern angesiedelte Indigene brachte.

Nach ihm drangen weitere Bandeirantes vor, etwa der Generalkapitän Luís Soares und Francisco Dias d’Ávila von der Casa da Torre. Die Völker des Sertão, wie die Cariri, Sucuru, Icó und Pega, leisteten jedoch jahrzehntelang Widerstand, im sogenannten Guerra dos Bárbaros (Krieg der Barbaren).

Die ersten Ortschaften im Landesinneren

  • Campina Grande: Im Jahr 1697 siedelte Teodósio de Oliveira Ledo in der Region ein Dorf mit Cariri-Indigenen an. Bald entstand rund um das Dorf ein Markt, der Ursprung der Handelstradition der Stadt. Im Jahr 1790 wurde sie dann zur Vila Nova da Rainha. Heute ist Campina Grande eine der größten Städte im Landesinneren des Nordostens.
  • Pilar: entstand aus der Mission von Pater Martim de Nantes und wurde 1765 zur Vila erhoben.
  • Sousa: früher Jardim do Rio do Peixe genannt, wurde 1766 zu Ehren des Wohltäters Bento Freire de Sousa zur Vila erhoben. Heute ist es für das Vale dos Dinossauros (Tal der Dinosaurier) berühmt.
  • Pombal: Ende des 17. Jahrhunderts gründete Teodósio de Oliveira Ledo dort ein Dorf am Ufer des Flusses Piranhas. Später, im Jahr 1772, wurde es zu Ehren des Marquês zur Vila mit dem Namen Pombal.
  • São João do Cariri: im 17. Jahrhundert besiedelt, wurde es schließlich 1800 zur Vila erhoben.
  • Areia: früher als Bruxaxá bekannt, wurde es 1815 Pfarrbezirk und 1846 Stadt. Heute ist es eine der schönsten historischen Städte des Bundesstaates.

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im kolonialen Paraíba

Politik

Paraíba wurde 1574 als königliches Kapitanat geschaffen und von Generalkapitänen regiert, die die Krone ernannte. Im Jahr 1756 wurde es jedoch dem Kapitanat Pernambuco angegliedert, was seiner Wirtschaft und Verwaltung schadete.

Deshalb schickte Gouverneur Fernando Delgado Freire de Castilho 1797 der Königin D. Maria I. einen Bericht über die Lage des Kapitanats. Schließlich wurde Paraíba durch die Carta Régia (königlicher Erlass) vom 11. Januar 1799 wieder eigenständig.

Wirtschaft

In der Kolonialzeit waren die wichtigsten Reichtümer von Paraíba das Brasilholz, das Zuckerrohr, die Baumwolle und das Vieh.

  • Brasilholz: Von den Indigenen ibirapitanga genannt, war es im Atlantischen Regenwald von Pernambuco und Paraíba reichlich vorhanden. Sein Name stammt übrigens von einem ähnlichen asiatischen Holz, das in Europa bereits als Farbstoff verwendet wurde.
  • Zuckerrohr: Es war der wichtigste Reichtum des Kapitanats. Aus den atlantischen Inseln wie Madeira eingeführt, gelangte es in den ersten Jahren der Kolonisierung nach Brasilien. Schon im ersten Jahrzehnt nach der Gründung von Paraíba gab es dort zehn Zuckermühlen.
  • Baumwolle: Obwohl die Franzosen sie bereits handelten, wuchs die Wirtschaft des „weißen Goldes“ erst im 18. Jahrhundert.
  • Vieh: Es diente nicht nur als Nahrung, sondern trieb auch die Mahlwerke der Zuckermühlen an. Später, in der sogenannten „Lederzivilisation“, wurde im Sertão fast alles aus Leder hergestellt, von Türen bis zu Truhen.

Sklaverei

Von Anfang an war die Zuckerwirtschaft von der Arbeit Versklavter abhängig. Zuerst wurden Indigene versklavt. Danach durfte jeder Zuckermühlenbesitzer ab dem Erlass (alvará) der Regentin D. Catarina von 1559 bis zu 120 versklavte Afrikaner einführen. Von da an wuchs der Sklavenhandel in Paraíba, ebenso wie im gesamten Zuckeranbaugebiet des Nordostens.

Gesellschaft und Kirchen

An der Spitze der Gesellschaft standen die Zuckermühlenbesitzer, von denen einige aus Pernambuco kamen. Unter ihnen gab es Händler, Beamte der Krone, Bauern und ganz unten die Versklavten. Außerdem hatte die Kirche großen Einfluss auf das gesellschaftliche Leben.

Zu den wichtigsten Kirchen der Kolonialzeit gehören:

  1. Matriz de Nossa Senhora das Neves, heute die Catedral Basílica
  2. Igreja da Misericórdia
  3. Igreja das Mercês
  4. Igreja de Nossa Senhora do Rosário dos Pretos
  5. Capela de Nossa Senhora Mãe dos Homens
  6. Igreja do Bom Jesus dos Martírios

Aufstände und Bewegungen, an denen Paraíba beteiligt war

Guerra dos Mascates (1710–1711)

Im Jahr 1709 wurde die Siedlung Recife, die von portugiesischen Händlern – den sogenannten mascates (Hausierern) – beherrscht wurde, zur Vila erhoben. Das empörte die Zuckermühlenbesitzer von Olinda, von denen viele bei den Mascates verschuldet waren, und sie besetzten sogar Recife. In diesem Konflikt, dem Guerra dos Mascates (Krieg der Hausierer), unterstützte der Gouverneur von Paraíba, João da Maia da Gama, die Mascates, die am Ende siegten.

Revolução Pernambucana (1817)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangten liberale und aufklärerische Ideen über die Freimaurerei und Intellektuelle wie den Naturforscher Manuel Arruda da Câmara nach Paraíba. Deshalb schloss sich das Kapitanat der Revolução Pernambucana von 1817 (Pernambucanische Revolution) an, einer republikanischen Bewegung, die sich auch auf Alagoas, Rio Grande do Norte und Ceará ausbreitete.

Die Aufständischen bildeten sogar eine provisorische Regierung. Die Krone reagierte jedoch schnell, und innerhalb weniger Monate wurde die Revolution niedergeschlagen. Unter den hingerichteten Anführern aus Paraíba waren José Peregrino de Carvalho und Amaro Gomes Coutinho.

Unabhängigkeit und Confederação do Equador (1822–1824)

Im Jahr 1822 schloss sich Paraíba der Unabhängigkeit Brasiliens an. Zwei Jahre später jedoch, nachdem D. Pedro I. die Verfassunggebende Versammlung aufgelöst und die Verfassung von 1824 oktroyiert hatte, führte Pernambuco die Confederação do Equador (Konföderation des Äquators) an, die die Provinzen des Nordostens in einer Republik vereinen wollte.

Paraíba, Rio Grande do Norte und Ceará schlossen sich der Bewegung an. Allerdings war die Unterdrückung hart. Unter den hingerichteten Anführern war auch Frei Caneca, der 1825 erschossen wurde.

Revolução Praieira (1848–1849)

Inspiriert von den europäischen Revolutionen von 1848 begann die Praieira (Praieira-Aufstand) in Pernambuco, angeführt von den Liberalen, die mit der Zeitung der Rua da Praia verbunden waren. Sie forderten unter anderem Pressefreiheit und ein Ende der portugiesischen Kontrolle über den Handel in Recife. Nach der Niederlage in Recife im Jahr 1849 kämpfte der Anführer Borges da Fonseca in Paraíba weiter. Letztlich war dies der letzte große Aufstand des Kaiserreichs.

Ronco da Abelha (1851–1852)

Im Sertão von Paraíba, Pernambuco, Alagoas und Ceará erhob sich die arme Bevölkerung gegen das Dekret, das die standesamtliche Registrierung von Geburten und Todesfällen einführte; dieser Aufstand heißt Ronco da Abelha („Brummen der Biene“). Denn viele glaubten, das Gesetz solle dazu dienen, freie Menschen zu versklaven, und das zu einer Zeit, als der Sklavenhandel gerade verboten worden war.

Quebra-Quilos (1874)

Im Jahr 1874 lösten die Einführung des metrischen Systems und die Erhebung neuer Steuern auf den Märkten den Aufstand der Quebra-Quilos („Kilozerbrecher“) aus, bei dem die Aufständischen die neuen Gewichte und Maße zerstörten. In Campina Grande zum Beispiel gab es viele Verhaftungen, darunter auch die von Pater Calixto Correia da Nóbrega.

Die Revolution von 1930 und der Name João Pessoa

Mit der Ausrufung der Republik im Jahr 1889 wurde Paraíba ein Bundesstaat. Im Jahr 1929 verweigerte dann der Präsident des Bundesstaates, João Pessoa, der Kandidatur von Júlio Prestes für das Amt des Präsidenten der Republik seine Unterstützung, im berühmten „Nego“ („Ich verweigere“). Anschließend wurde er Kandidat für die Vizepräsidentschaft auf der Liste von Getúlio Vargas.

Kurz danach, im Jahr 1930, führte Oberst José Pereira im Sertão die Revolta de Princesa (Aufstand von Princesa) gegen die Regierung von João Pessoa an. Am 26. Juli 1930 wurde João Pessoa schließlich von João Dantas in der Confeitaria Glória in Recife ermordet.

Das Verbrechen löste große Erschütterung aus und war einer der Auslöser der Revolution von 1930, die Präsident Washington Luís stürzte und Getúlio Vargas an die Macht brachte. So erhielt die Hauptstadt von Paraíba am 4. September jenes Jahres den Namen João Pessoa.

Wenn Sie die Hauptstadt heute kennenlernen möchten, lesen Sie unseren Reiseführer Was man in João Pessoa unternehmen kann.

Häufige Fragen zur Gründung von Paraíba

Wann war die Gründung von Paraíba?

Das Kapitanat wurde 1574 geschaffen, und die Stadt Nossa Senhora das Neves, das heutige João Pessoa, wurde danach am 5. August 1585 gegründet.

Deshalb wird der Geburtstag von João Pessoa am 5. August gefeiert.

Wer gründete João Pessoa?

Die Stadt wurde von den Portugiesen unter dem Kommando des königlichen Oberrichters Martim Leitão und des Hauptmanns João Tavares gegründet.

Außerdem war das Bündnis mit dem Tabajara-Häuptling Piragibe für die Eroberung entscheidend.

Welche Namen trug João Pessoa?

Zuerst Nossa Senhora das Neves (1585), dann Filipeia de Nossa Senhora das Neves, Frederikstadt (1634), Parahyba (1654) und schließlich João Pessoa (1930).

Warum heißt die Hauptstadt João Pessoa?

Der Name ehrt João Pessoa, den Präsidenten des Bundesstaates, der am 26. Juli 1930 in Recife ermordet wurde.

Somit wurde die Änderung durch das Landesgesetz Nr. 700 vom 4. September 1930 offiziell.

Ist João Pessoa die drittälteste Stadt Brasiliens?

Ja, denn sie gilt nach Salvador und Rio de Janeiro als die dritte in Brasilien gegründete Stadt.

Wie lange blieben die Niederländer in Paraíba?

Etwa 20 Jahre, nämlich von Dezember 1634 bis 1654.

In dieser Zeit hieß die Hauptstadt Frederikstadt.

Was bedeutet der Name Paraíba?

Der Name stammt aus dem Tupi und wird meist mit „schlechter Fluss“ oder „schwer schiffbarer Fluss“ übersetzt.

Willy Sievert

Geschrieben von Willy Sievert

Redakteur von Bahia.ws seit der Gründung im Jahr 2009. Wohnhaft in Salvador, reist er häufig durch den Nordosten und ganz Brasilien, um die Reiseführer aktuell zu halten. Mehr über Willy Sievert erfahren →

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