Rio de Contas (BA): Sehenswürdigkeiten, Geschichte, Wasserfälle und Gipfel
Rio de Contas ist eine der ältesten Städte der Chapada Diamantina in Bahia. Die Stadt entstand während des Goldzyklus und bewahrt bis heute ein vom IPHAN unter Denkmalschutz gestelltes koloniales Häuserensemble, Kirchen, die nie vollendet wurden, und Straßen, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Außerdem liegt sie auf über 1.000 Metern Höhe, nahe den drei höchsten Gipfeln des Nordostens und Dutzenden von Wasserfällen. Deshalb ist sie eine hervorragende, ruhigere Alternative zu Lençóis.
- Lage: im Süden der Chapada Diamantina, etwa 600 km von Salvador entfernt.
- Geschichte: Kirchspiel 1718, Vila 1724, Verlegung an den heutigen Standort 1745 und Stadtrecht 1885.
- Highlights: denkmalgeschützte Altstadt, Igreja de Santana, Matriz do Santíssimo Sacramento und die Estrada Real.
- Natur: Ponte do Coronel, Cachoeira do Fraga, Poço das Andorinhas und Pico das Almas.
- Gipfel: Barbado (2.033 m), Itobira (1.970 m) und Almas (1.958 m).
- Empfohlene Aufenthaltsdauer: 3 bis 4 Tage.

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Imagens Aéreas de Rio de Contas

RIO DE CONTAS - SUA HISTÓRIA08:57

História de Rio de Contas08:39

Rio de Contas Guia de Turismo06:03

Rio de Contas Patrimonio Nacional06:59

Rio de Contas na Chapada Diamantina12:51

Rio de Contas Dicas de Viagem02:17

Rio de Contas Guia de Viagem07:48

Rio de Contas - Drone12:01

Igreja de Santana em Rio de Contas10:06

AS BELEZAS E A HISTÓRIA DE RIO DE CONTAS08:39

História de Rio de Contas na Chapada Diamantina05:05
Lage und Charakter der Stadt
Rio de Contas liegt im Süden der Chapada Diamantina, auf der Hochebene der Serra das Almas, am Ufer des rio Brumado. Da die Stadt auf über 1.000 Metern Höhe liegt, herrscht deshalb ein mildes Klima mit kalten Nächten im Winter. Außerdem ist die Altstadt klein und leicht zu Fuß zu erkunden.
Im Gegensatz zu Lençóis empfängt die Stadt dagegen weniger Touristen. Daher sind die Wanderwege und Wasserfälle meist weniger besucht, und das Tempo ist deutlich ruhiger.


Geschichte von Rio de Contas
Von der Siedlung Creoulos zur Goldstadt
Zunächst errichteten Ende des 17. Jahrhunderts Reisende aus Goiás und dem Norden von Minas Gerais auf dem Weg nach Salvador einen Rastplatz am Ufer des rio de Contas Pequeno, des heutigen rio Brumado. Der Überlieferung nach lebten dort auch entflohene und freigelassene Sklaven. Deshalb erhielt die Siedlung den Namen Creoulos und bekam eine kleine Kapelle, die Nossa Senhora Santana geweiht war.
Kurz darauf fand der Bandeirante Sebastião Raposo aus São Paulo Gold im rio Brumado. Daraufhin gründeten Goldsucher flussaufwärts das Dorf Mato Grosso, wo der Überlieferung nach die Jesuiten die Capela de Santo Antônio errichteten. Bald danach, im Jahr 1718, entstand dort das Kirchspiel Santo Antônio de Mato Grosso, das erste im Alto Sertão (dem hohen Hinterland) von Bahia.
Anschließend beauftragte der Vizekönig Vasco Fernandes César de Meneses den Oberst Pedro Barbosa Leal mit der Gründung einer Vila, um den Goldschmuggel und die Erhebung des quinto (der königlichen Fünftelsteuer auf Gold) zu kontrollieren. So entstand im Jahr 1724 die Vila de Nossa Senhora do Livramento do Rio de Contas, etwa 12 km unterhalb von Creoulos.
Die Verlegung von 1745 und die geplante Stadt
Da die Vila weit von den Goldminen entfernt lag und unter Hochwasser litt, ordnete die Krone ihre Verlegung an. Daher wurde der Sitz im Jahr 1745 nach Creoulos verlegt, auf die Hochebene, auf der die heutige Stadt liegt. Dort wurde dann eine neue Vila angelegt, mit geraden Straßen, Plätzen, einer Casa de Câmara e Cadeia (Rathaus und Gefängnis), einer Casa de Fundição (Schmelzhaus) und einem Pranger.
Deshalb gilt Rio de Contas für viele als eine der ersten geplanten Städte Brasiliens. Schließlich folgte sie im Gegensatz zu anderen Goldstädten, die ungeplant wuchsen, von Anfang an einem regelmäßigen Grundriss. Bereits 1746 zählte die neue Vila laut zeitgenössischen Aufzeichnungen etwa 30 Häuser, eine Kirche und ein Hospital.

Niedergang des Goldes und Erhaltung
Auf ihrem Höhepunkt im 18. Jahrhundert kontrollierte die Vila übrigens ein riesiges Gebiet, vom Zentrum Bahias bis zur Küste von Itacaré. Ab 1800 ging die Goldproduktion jedoch zurück. Später, ab den 1840er-Jahren, zogen dann viele Bewohner zu den Diamantminen von Mucugê, Lençóis und Andaraí.
Trotzdem blieb die Vila eine Station am Caminho Real und auf der Route der Pilger nach Bom Jesus da Lapa. Im Jahr 1885 wurde sie laut IBGE unter dem Namen Minas do Rio de Contas zur Stadt erhoben. Schließlich hieß sie ab 1931 nur noch Rio de Contas.
Interessanterweise trug der Niedergang zur Erhaltung des Kulturerbes bei. Da kein neuer Wirtschaftszyklus Abrisse erforderte, blieb das Häuserensemble erhalten. Später sicherte dann der Denkmalschutz des Ensembles durch das IPHAN seinen Fortbestand.

Wissenswertes über Rio de Contas
- Herkunft des Namens: Es gibt keinen Konsens. Zum Beispiel bringen manche Versionen „contas“ mit Handelsregistern in Verbindung, andere hingegen mit der Buchführung über das Gold.
- Traditionelle Gemeinschaften: In Mato Grosso, auf etwa 1.500 m Höhe, leben Nachfahren von Portugiesen, die Berichten zufolge lange Zeit nur untereinander heirateten. Weiter unten liegen dagegen die Quilombos (Siedlungen von Nachfahren entflohener Sklaven) Barra und Bananal.
- Historisches Archiv: Das Stadtarchiv bewahrt Freilassungsbriefe, kirchliche Urteile und weitere Dokumente aus der Kolonialzeit.
- Seltene Flora: In den 1980er-Jahren katalogisierten Forscher der Royal Botanic Gardens, Kew, in London und brasilianischer Institutionen über tausend Pflanzenarten am Pico das Almas, darunter mehrere, die für die Wissenschaft neu waren.
- Film: Der Hauptplatz war außerdem Drehort von Abril Despedaçado (2001) von Walter Salles.
- Karneval: Schließlich ist das Fest für seine Maskierten und volkstümlichen Traditionen bekannt.

Altstadt von Rio de Contas
Kurz gesagt umfasst die Altstadt rund 19 Hektar und vereint Hunderte Herrenhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Ursprünglich waren die Häuser weiß, mit blauen Fenster- und Türrahmen, und reihten sich an breiten Straßen. Deshalb fühlt sich ein Spaziergang durch die Stadt wie eine Reise in die Vergangenheit an.
Igreja de Nossa Senhora Santana

Die im 18. Jahrhundert von Sklavenhand erbaute Kirche hat vor allem drei Schiffe, ein für diese Zeit äußerst seltener Grundriss. Allerdings wurde sie nie vollendet: Die Bauarbeiten kamen um 1850 mit der Abwanderung zu den Diamantminen zum Erliegen. Danach stürzte 1914 das Dach bei heftigen Regenfällen ein. Erst nach dem Denkmalschutz durch das IPHAN wurden die Ruinen gesichert. Deshalb ist sie heute das größte Symbol für das Ende des Goldzyklus.
Igreja Matriz do Santíssimo Sacramento

An der Praça Senador Tanajura gilt die Hauptkirche als eines der besten Beispiele religiöser Architektur im Sertão von Bahia. Sie wurde im 18. Jahrhundert aus Bruchsteinmauerwerk errichtet und besitzt zudem vergoldete Altäre. Außerdem birgt die Decke der Hauptkapelle eine illusionistische Malerei nach italienischem Vorbild.
Casa de Câmara e Cadeia

Ebenfalls am Hauptplatz steht das meistfotografierte Herrenhaus der Stadt. Im Erdgeschoss befand sich das Gefängnis, das als das gefürchtetste des oberen Sertão galt; im Obergeschoss lagen dagegen die Câmara und der Gerichtssaal. Als Kuriosität hängt außerdem eine „Volksglocke“ am Rahmen eines der Fenster. Heute beherbergt das Gebäude das Gericht.

Casa de Fundição und ehemaliges Rathaus

Früher wurde in der Casa de Fundição das Gold aus den Minen geschmolzen und zu Barren gegossen. Heute beherbergt das Gebäude die Stadtverwaltung. Außerdem vervollständigt das ehemalige Rathaus, ebenfalls aus der Kolonialzeit, das Ensemble historischer öffentlicher Gebäude.

Teatro São Carlos

Am Largo do Rosário gehört das kleine Theater aus dem späten 19. Jahrhundert mit rund 120 Plätzen zu den ältesten im Landesinneren Bahias. Früher brachte das Publikum seine eigenen Stühle mit, und da Frauen nicht auftreten durften, übernahmen Männer die Frauenrollen. Heute finden dort kulturelle und pädagogische Veranstaltungen statt.
Geburtshaus des Barão de Macaúbas

Hier wurde übrigens 1824 der Arzt und Pädagoge Abílio César Borges geboren, der Barão de Macaúbas, zu dessen Schülern Rui Barbosa und Castro Alves gehörten. Heute beherbergt das Herrenhaus das technische Büro des IPHAN und das Stadtarchiv.
Wasserfälle und Naturausflüge
Ponte do Coronel (Sete Poços)

Ohne Zweifel ist dieser Abschnitt des rio Brumado mit Stromschnellen und Naturbecken unterschiedlicher Tiefe der beliebteste Ort bei Besuchern. Deshalb gefällt er Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Außerdem gibt es eine einfache Bar sowie einen Bereich zum Picknicken und Campen.
Cachoeira do Fraga

Als Postkartenmotiv der Stadt hat der Wasserfall eine Fallhöhe von etwa 18 Metern und bietet einen Blick auf die Serra das Almas. Da er nahe dem Zentrum liegt und eine Bar in der Nähe hat, ist er eine der einfachsten Optionen.
Cachoeira do Brumado
Mit etwa 100 Metern Höhe und vier aufeinanderfolgenden Stufen ist dieser hingegen der größte Wasserfall der Gemeinde. Der Abstieg ist anstrengend; dafür bietet die Oberkante des Falls tolle Fotomotive. Übrigens erscheint er bereits in den Zeichnungen von Theodoro Sampaio aus dem Jahr 1879.
Poço das Andorinhas

Versteckt in der Serra do Porco Gordo liegt dieses Becken mit kristallklarem Wasser neben einer kleinen Grotte, aus der Schwalben fliegen. Unterwegs gibt es zudem weitere Becken und kleine Wasserfälle. Da es noch wenig besucht ist, bietet es viel Ruhe.
Cachoeira do Jiló und Poço Preto

Ebenfalls am rio Brumado hat die Cachoeira do Jiló kleine Stromschnellen, die sich gut zum Baden eignen. Folgen Sie demselben Weg, liegt etwa 13 km vom Zentrum entfernt der Poço Preto mit rund 6 Metern Tiefe. In der Nähe stellt übrigens die Fazenda Vaccaro Bio-Cachaça her.

Cachoeira do Mocotó und Cachoeira do Raposo

Zunächst führt der Weg zum Mocotó durch Kaffeeplantagen und an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Gipfel, den Stausee des rio Brumado und den Quilombo Barra vorbei. Die Cachoeira do Raposo ist dagegen klein und im Wald versteckt und eignet sich daher ideal für kleine Gruppen.

Estrada Real

Dieser Weg, die Estrada Real (Königsstraße), wurde im 18. Jahrhundert von Sklaven mit Steinen gepflastert; auf ihm wurde das Gold abtransportiert und die Vila versorgt. Heute bietet ein gut erhaltener Abschnitt von etwa 6 km eine schöne Wanderung mit Blick auf die Berge. Früher war er außerdem der Hauptzugang nach Livramento.
Wenn Sie weitere Wasserfälle der Region kennenlernen möchten, lesen Sie unseren Ratgeber zu den höchsten Wasserfällen der Chapada Diamantina.
Die höchsten Gipfel des Nordostens
Schließlich liegen rund um die Stadt die drei höchsten Punkte des Nordostens. Für alle sollten Sie jedoch einen lokalen Führer engagieren. Sehen Sie sich auch unsere Route zum Trekking zum Pico das Almas, Pico do Barbado und Pico do Itobira an.
Pico das Almas (1.958 m)

Als dritthöchster Punkt des Nordostens ist der Pico das Almas nichts für Anfänger. Dafür reicht der Blick vom Gipfel über einen Großteil der Chapada. Außerdem ist er ein botanisches Heiligtum, das von den Royal Botanic Gardens, Kew, erforscht wurde, mit Pflanzen, die nur hier vorkommen. Deshalb ist das Sammeln von Pflanzen in den Bergen ein Umweltdelikt.
Pico do Itobira (1.970 m)

Als zweithöchster Gipfel des Nordostens bietet der Itobira entlang des Weges Orchideen, Bromelien, Canelas-de-ema, Immortellen und fleischfressende Pflanzen. Von oben sieht man den Pico das Almas, die Serra do Barbado und den Stausee des rio Brumado. Außerdem gibt es unterwegs einen kleinen Wasserfall und Badebecken.
Pico do Barbado (2.033 m)

Als höchster Punkt des Nordostens liegt der Barbado an der Grenze zu Abaíra und Rio do Pires. Interessanterweise stammt der Name vom Brüllaffen („macaco barbado“), der in den Wäldern der Berge lebte. Es gibt zwei Routen: eine mit etwa 6 Stunden Gehzeit hin und zurück und eine andere mit bis zu 14 Stunden. Von oben reicht der Blick außerdem bis zum Morro do Pai Inácio und zu den Três Morros von Piatã. Sprechen Sie deshalb vor dem Aufbruch mit der Touristeninformation.
Anreise und praktische Tipps
- Ab Salvador: Es sind etwa 600 km mit dem Auto; der letzte Abschnitt führt über die BA-148 durch Livramento de Nossa Senhora.
- Mit dem Flugzeug: Der nächstgelegene Flughafen mit Linienflügen ist in der Regel der von Vitória da Conquista; prüfen Sie jedoch die Verbindungen vor der Buchung.
- Beste Reisezeit: von April bis September, in der Trockenzeit, ideal für Wanderungen und Gipfel; nehmen Sie trotzdem warme Kleidung mit, denn die Nächte sind kalt.
- Führer: Engagieren Sie vor allem für die Gipfel und den Poço das Andorinhas einen lokalen Führer.
- Reiseroute: In 3 bis 4 Tagen können Sie die Altstadt und die nahen Wasserfälle besichtigen und außerdem einen der Gipfel besteigen.
Häufige Fragen zu Rio de Contas
Wo liegt Rio de Contas?
Rio de Contas liegt im Süden der Chapada Diamantina in Bahia, etwa 600 km von Salvador entfernt.
Außerdem liegt die Stadt auf über 1.000 Metern Höhe und hat daher ein mildes Klima.
Was kann man in Rio de Contas unternehmen?
Besuchen Sie zunächst die Altstadt, die Igreja de Santana und die Matriz, die Ponte do Coronel und die Cachoeira do Fraga.
Für Abenteuerlustige gibt es außerdem Wanderwege zu den höchsten Gipfeln des Nordostens.
Warum wurde die Igreja de Santana nie vollendet?
Die Bauarbeiten wurden um 1850 eingestellt, als viele Bewohner zu den Diamantminen abwanderten.
Danach stürzte 1914 das Dach durch Regenfälle ein.
Wie viele Tage sollte man in Rio de Contas bleiben?
In der Regel reichen 3 bis 4 Tage aus.
Planen Sie jedoch einen ganzen Tag ein, wenn Sie den Pico do Barbado besteigen möchten.
Wann ist die beste Reisezeit für Rio de Contas?
In der Regel von April bis September, in der Trockenzeit, die ideal für Wanderungen ist.
Nehmen Sie trotzdem warme Kleidung mit, denn die Nächte sind kalt.
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