Die von König von Portugal entsandte Kolonialexpedition unter der Leitung von Martim Afonso de Sousa im Jahr 1530 war die erste offizielle Initiative zur dauerhaften Besetzung des Gebiets, das später Brasilien werden sollte.
Sie bestand aus Schiffen, Soldaten, Siedlern und Technikern. Ihr Ziel war es, die französischen Handelsniederlassungen zu bekämpfen, die Küste zwischen Maranhão und Rio da Prata zu erkunden sowie Siedlungskerne mit politischer und administrativer Funktion zu errichten.
Die Mission führte zur Gründung von Siedlungen, darunter São Vicente im Jahr 1532, und markierte den Beginn der organisierten portugiesischen Kolonialisierung in Portugiesisch-Amerika.

1. Kontext und Ursache
Expedição colonizadora de Martim Afonso de Sousa ao Brasil
Die zahlreichen französischen Handelsniederlassungen an der brasilianischen Küste, die sich dem illegalen Handel mit Brasilholz mit den Ureinwohnern widmeten, führten noch unter der Herrschaft von Dom Manuel zur Bildung von Küstenwachflotten, die diesen Handel unterbinden sollten.
Trotz ihres energischen Vorgehens, insbesondere in den ersten Jahren von Dom João III.‘s Herrschaft, konnten sie den illegalen Handel nicht unterbinden.

2. Vorschläge und tatsächliche Entscheidung
Einer seiner Kommandanten, Cristóvão Jacques, schlug die sofortige Besiedlung des Landes als wirksames Mittel vor, um eine weitere Besetzung und Ausbeutung durch französische Handelsposten zu erschweren.
Ein weiterer Vorschlag in diesem Sinne kam von João de Melo da Câmara, einem Nachfahren der Kolonisatoren der Atlantikinseln (Azoren und Madeira).
Die Idee wurde 1530 vom König angenommen und von den im Ausland lebenden portugiesischen Persönlichkeiten, dem Gelehrten Diogo de Gouveia und dem Arzt Simão Afonso, unterstützt. Daraufhin entsandte er die Kolonisierungsexpedition von Martim Afonso de Sousa nach Brasilien.

3. Ziele der Brasilien-Expedition
Die Expedition hatte tatsächlich eine dreifache Aufgabe.
- Bekämpfung der französischen Lagerhäuser an der sogenannten „Braunsandküste“.
- Erkundung der Küste zwischen Maranhão und Rio da Prata.
- Etablierung stabilerer Siedlungskerne als die früheren Holzfäller-Faktoreien, wodurch ihnen ein politischer und administrativer Charakter verliehen wurde.

4. Befugnisse und Aufgaben von Martim Afonso
Um diese Mission zu erfüllen, wurden Martim Afonso de Sousa vom König weitreichende Befugnisse erteilt.
Mit der ersten der drei königlichen Urkunden – dem ersten königlichen Dekret für die Expedition, das am 20. November 1530 in Castro Verde unterzeichnet wurde – wurde er nicht nur zum Capitão-Mor der Armada, sondern auch aller Länder ernannt, die er finden oder entdecken würde.
Martim Afonso erhielt die volle Gerichtsbarkeit über alle Personen, die ihn begleiteten – sowohl über diejenigen, die bereits anwesend waren, als auch über diejenigen, die später hinzukamen. Er hatte die alleinige und gemischte Herrschaft in Straf- und Zivilsachen inne und konnte Urteile bis hin zur Todesstrafe ohne Berufungsmöglichkeit verhängen.
Er konnte auch für die entdeckten Gebiete innerhalb des Eroberungs- und Abgrenzungsgebiets des Vertrags von Tordesillas Standards festlegen, sie in Besitz nehmen und Kapitäne und Gouverneure in seinem Namen ernennen, die die entsprechenden Befugnisse erhielten.
Mit der zweiten königlichen Urkunde wurden ihm die Befugnisse übertragen, Notare und andere erforderliche Justizbeamte für die Inbesitznahme der Ländereien sowie für Justiz- und Regierungsangelegenheiten Brasiliens zu ernennen.
In dem dritten königlichen Brief wurde die Befugnis übertragen, Personen, die sich dorthin begaben, sowie anderen, die auf diesem Land leben wollten, entsprechend ihren Verdiensten, Leistungen und Qualitäten das Land zu überlassen, damit sie es nutzen und besiedeln konnten.
Was waren Sesmarias?
Sesmarias waren Landkonzessionen, die von der Krone in Form von Königsurkunden zur Förderung der Besiedlung und landwirtschaftlichen Nutzung vergeben wurden.
Hauptmerkmale
- Zweck: Förderung der Bewirtschaftung, Nutzung und effektiven Besetzung von Brachflächen.
- Begünstigte: Privatpersonen – darunter Seefahrer, Siedler, Militärangehörige und Verwandte von Adligen –, die aufgrund ihrer Verdienste, ihrer Dienste oder ihrer Investitionsfähigkeit ausgewählt wurden.
- Verpflichtungen: Der Begünstigte musste das Land innerhalb bestimmter Fristen bewirtschaften, einzäunen oder verbessern. Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen konnte zum Verlust der Landzuweisung führen.
- Rechtliche Regelung: Ursprünglich handelte es sich nicht um absolutes Eigentum, sondern um königliche Konzessionen, die von der Krone hinsichtlich Grenzen und Bedingungen festgelegt wurden.
- Brasilianischer Kontext: Zentrales Instrument der portugiesischen Kolonialisierung, das zur Bildung von Großgrundbesitz und zur Organisation der territorialen Besetzung beitrug.
- Entwicklung: Im Laufe der Zeit wurde das System angepasst und im 19. Jahrhundert durch neue Landgesetze ersetzt, insbesondere durch das Landgesetz von 1850. Diese regelten die Verteilung und Anerkennung von Eigentum neu.

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