Erbkapitanate im 16. Jahrhundert – Hintergründe ihrer Schaffung
Portugal ist ein kleines Land mit wenigen Ressourcen. Dennoch zeichnete es sich im 15. Jahrhundert durch seine großen Seefahrten und Entdeckungen aus.
Im folgenden Jahrhundert wurde er aufgefordert, zusätzlich zu den bereits in Afrika durchgeführten Maßnahmen Gebiete in Asien und Amerika zu kolonisieren – eine Aufgabe, die seine finanziellen Möglichkeiten überstieg.
Da die königliche Schatzkammer nicht über die erforderlichen Mittel verfügte, um die hohen Kosten der Kolonisierung zu tragen, entschied man sich in Brasilien für das System der erblichen Kapitänschaften. Land wurde an Privatpersonen vergeben, die die Investitionen und Risiken der Besiedlung übernahmen.

1. Gründe für die Gewährung an Privatpersonen
Capitanias Hereditárias no Século XVI - Antecedentes da criação das Capitanias hereditárias
Um zu verhindern, dass die neu erworbenen Gebiete an andere Mächte verloren gingen, beschloss die portugiesische Regierung, private Initiativen zu unterstützen.
Er verlieh Kapitänsposten an Privatpersonen, darunter erfahrene Militärs, Seeleute, hohe Beamte und Adlige, die bereit waren, die Risiken und Kosten der Kolonisierung zu übernehmen.
Durch die Übertragung dieser Verantwortung sparte der Staat öffentliche Mittel ein und förderte zugleich Investitionen sowie individuelle Bemühungen zur Besiedlung und Verteidigung des Territoriums.

2. Insularer Hintergrund und Anpassung des Systems
Die Einführung der Erbkapitanien in Brasilien stellte in Portugal keine absolute Neuerung dar.
Bereits seit dem 15. Jahrhundert wurde auf den Atlantikinseln ein ähnliches System angewendet. Die Krone schenkte Privatpersonen Land, um die Besiedlung und territoriale Stärkung voranzutreiben.
Hierzu zählen beispielsweise Madeira, Porto Santo, die Azoren, Kap Verde, São Tomé und Príncipe.
Im Jahr 1504 gründete König Dom Manuel I. die Kapitänschaft der Insel São João, die heute als Fernando de Noronha bekannt ist.
Oft wurden die Entdecker selbst zu den ersten Begünstigten, gefolgt von Mitgliedern des Königshauses, Adligen und einfachen Kolonisten. Dieses Modell wurde auf den amerikanischen Kontinent übertragen und dort ausgeweitet.

3. Vorschläge von Privatpersonen sowie Unterstützung durch Behörden
Neben den Erfahrungen mit Kapitänschaften auf Inseln wie Fernando de Noronha gab es Vorschläge von Privatpersonen, dieses System auch in Brasilien anzuwenden.
Der ehemalige Kommandant der Leibwächterstaffeln Cristóvão Jaques und João de Melo da Câmara, dessen Familie aus Kolonisten von Madeira, den Azoren und São Tomé stammte, boten sich Dom João III. an, um Siedler in das brasilianische Gebiet zu bringen.
Auch einflussreiche Portugiesen im Ausland, wie der Gelehrte Diogo de Gouveia in Frankreich und Simão Afonso in Sevilla, unterstützten die Idee. Sie verstanden die Risiken der portugiesischen Herrschaft.
Auch intern stießen Persönlichkeiten wie der Staatssekretär Pero de Alcáçova Carneiro und Dom António de Ataíde, Graf von Castanheira, auf Zustimmung. Auf der Grundlage dieser praktischen und politischen Empfehlungen wurde schließlich die Entsendung der Expedition von Martim Afonso de Sousa nach Brasilien beschlossen.

4. Endgültige Entscheidung über die Anwendung des Systems auf dem Kontinent
Da die zwischen 1530 und 1532 entsandten Flotten nicht ausreichten, um die gesamte brasilianische Küste zu besiedeln, beschloss der König im selben Jahr, das sich bereits auf den Atlantikinseln bewährte System der erblichen Kapitanate auf den Kontinent auszuweiten.

Este post também está disponível em:
Português
English
Deutsch
Español
Français













