Hintergrund und Kontroverse
Mehrere Autoren diskutierten Ähnlichkeiten und Unterschiede der Erbkapitanate zum mittelalterlichen Feudalismus, was im Widerspruch zu Interpretationen steht, die die Erbkapitanate mit dem Feudalismus vergleichen. Queirós Lima erkannte zwar Analogien, lehnte eine Gleichsetzung jedoch ab.

Erstes Argument: In den Erbkapitanien gab es keinen Feudalismus.
1.1 Autoren, die sich gegen die feudale Analogie aussprechen
João Francisco Lisboa, Varnhagen, Oliveira Martins, Martins Júnior, Sílvio Romero und andere sahen Ähnlichkeiten. Queirós Lima und später Roberto Cochrane Simonsen widersprachen dieser Ansicht.
1.2 Festgestellte Ähnlichkeiten
- Kapitanate waren individuelle, vererbbare Würden.
- Es gibt eine territoriale Hierarchie (König → Pächter → Siedler/Kolonist).
- Die Donataren übten Regierungs- und Justizfunktionen aus.
- Diese Gebiete waren anfangs in gewisser Weise autonom gegenüber der Krone.
1.3 Widerlegung: Wesentliche Unterschiede
Queirós Lima argumentiert, dass die Ähnlichkeiten nur oberflächlich sind. So war der Grundbesitz beispielsweise nicht wie im Feudalismus in Schichten unterteilt. Die Sesmeiros hatten das uneingeschränkte Eigentumsrecht und waren lediglich dem Zehnten unterworfen. Außerdem gab es keine für das Feudalsystem typischen persönlichen Abhängigkeitsverhältnisse. Die Capitanias waren staatliche Konzessionen mit übertragenen Befugnissen, ohne Aufteilung der Souveränität.
1.4 Wirtschaftliche Perspektive
Roberto Cochrane Simonsen betonte den kapitalistischen Charakter der Begünstigten und wies die Vorstellung vom Mittelalter zurück.
2. Merkmale des Kapitänschaftssystems
2.1 Ziel der Krone
Die Krone erhoffte sich durch die Abtretung königlicher Rechte (Rechtsprechung, Landverteilung, Zehntenerhebung und Siedlungsgründung), dass die Begünstigten die Küste besiedeln und ausländische Handelsniederlassungen verhindern würden.
2.2 Bestimmungen der Schenkungsurkunden
Die Donatários waren Grundherren und Landbesitzer. Sie hatten zivil- und strafrechtliche Zuständigkeit mit begrenzter Gerichtsbarkeit, konnten Städte gründen, waren Herren benachbarter Inseln, ernannten Richter und Notare, konnten Landzuteilungen gewähren (mit Ausnahmen) und erhielten verschiedene Einkünfte und Privilegien wie einen Anteil am Brasilholz, Zehnten und Einnahmen aus Mühlen und Stampfen.
Was waren Sesmarias?
Sesmarias waren Grundstücke, die vom König oder von Begünstigten an Privatpersonen zur Bewirtschaftung und Besiedlung vergeben wurden. Sie waren ein Instrument der Kolonisierung und Landverteilung.
Hauptmerkmale
- Es gab königliche Konzessionen zur Förderung der Landwirtschaft und Besiedlung, bei denen die Nutzung des Landes vorgeschrieben war.
- Der Begünstigte (Pächter) erhielt das Recht, das Land zu nutzen und zu bewirtschaften. Wenn er es jedoch nicht bewirtschaftete, konnte es an den Konzessionsgeber zurückfallen.
- In vielen Fällen konnte der Besitz übertragen werden, was jedoch mit Steuern oder Verpflichtungen, wie der Zahlung des Zehnten, verbunden war und letztlich zu vollem Eigentum führen konnte.
- In der Kolonialzeit waren die Sesmarias das wichtigste Instrument zur Verteilung von Land in den Erbkapitanien Brasiliens.
2.3 Nachfolge und Aufhebung des Gesetzes der Gedanken
Die Inhaber der Stiftungen wurden von der Einhaltung des Mentalgesetzes befreit. Dadurch wurde die erbliche Übertragung erleichtert.
Das Gesetz über das geistige Eigentum machte das Vermögen der Krone unveräußerlich: Es verbot den Verkauf, die Verpfändung oder die Schenkung von königlichem Eigentum für immer und stellte somit sicher, dass die Ländereien und Einkünfte des Königs Teil des Vermögens der Monarchie blieben und vererbt werden konnten.
Zweck: Schutz des dynastischen Erbes, Verhinderung der Verwässerung königlicher Ressourcen sowie Sicherung finanzieller und politischer Mittel für den Fortbestand des Staates.
Praktische Auswirkung: Es schränkte die Möglichkeit der Monarchen ein, Ländereien, Lehen und Pachten zu veräußern. Dadurch wurde der Erhalt des öffentlichen Vermögens der Krone begünstigt.
2.4 Inhalt der Privilegienbriefe
- Landzuteilungen, die nur dem Zehnten an das Amt Christi unterliegen.
- Genehmigung zum Abbau von Bergwerken (mit einem Fünftel der Einnahmen).
- Nutzung und kontrollierter Export von Brasilholz und anderen wertvollen Hölzern.
- Präferenzrechte gegenüber ausländischer Konkurrenz.
- Es gibt freien Zugang zu Lebensmitteln und Munition sowie freie Kommunikation zwischen den Kapitänschaften.
Forais waren königliche Urkunden, die Orten (Dörfern, Gemeinden oder Personen) Rechte und Privilegien gewährten sowie Steuern, Landnutzung, Gerichtsbarkeit und Verwaltungsorganisation regelten. Sie waren somit ein Instrument zur Festlegung von Rechten und zur Förderung der Besiedlung.
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