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Valença ist die größte Stadt der Costa do Dendê (Dendê-Küste) im unteren Süden von Bahia, am Ufer des Flusses Una. Sie ist der wichtigste Ausgangspunkt für die Boote nach Morro de São Paulo. Außerdem besitzt sie ein historisches Zentrum aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die wegweisende Fábrica Todos os Santos und die Strände von Guaibim.
- Lage: im unteren Süden von Bahia, an der Costa do Dendê, am Ufer des Flusses Una.
- Bevölkerung: 85.655 Einwohner (Volkszählung 2022 des IBGE).
- Morro de São Paulo: Boote und Schnellboote legen vom Kai der Stadt und auch in Guaibim ab.
- Strände: Guaibim mit rund 15 km Küste sowie Ponta do Curral.
- Geschichte: 1799 Vila, 1849 Stadt und zudem Sitz der ersten Textilfabrik Bahias (1844).
- Beinamen: „A Decidida“ (Die Entschlossene) und „A Hospitaleira“ (Die Gastfreundliche).

Wo liegt Valença und wie kommt man nach Morro de São Paulo?
Kurz gesagt liegt die Stadt im unteren Süden Bahias, zwischen Salvador und Ilhéus. Da sie ein Flusshafen und ein Handelszentrum ist, versorgt sie Nachbarstädte wie Cairu und Camamu. Wer aus Salvador kommt, nimmt daher meist die Fähre (Ferry-Boat) zur Ilha de Itaparica und danach die Straße bis Valença.
Viele Besucher lassen deshalb ihr Auto in der Nähe des Kais stehen und fahren mit dem Boot oder Schnellboot weiter zur Ilha de Tinharé, wo Morro de São Paulo liegt. Eine weitere Möglichkeit ist der Anleger von Guaibim, rund 15 km vom Zentrum entfernt, von dem ebenfalls Boote ablegen. Um die Inseln der Region kennenzulernen, lesen Sie den Reiseführer zum Archipel von Cairu, der Tinharé und Boipeba umfasst.

Sehen Sie sich die Karte der Costa do Dendê an
Video über Valença
Sehenswürdigkeiten in Valença
In den Straßen und auf den Plätzen des Zentrums stehen Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Wer also durch die Stadt spaziert und die alten Herrenhäuser betrachtet, hat den Eindruck, in der Zeit zurückzureisen.
Igreja de Nossa Senhora do Amparo
Zunächst erblickt, wer mit dem Boot über den Fluss Una ankommt, die Kirche hoch oben auf dem Hügel. Ihr Inneres birgt portugiesische Azulejos, alte Heiligenfiguren und Gemälde sowie klassizistische Altäre mit weiß-goldenen Schnitzereien. Nossa Senhora do Amparo ist übrigens die Schutzpatronin der Arbeiter, und mit dem Bau der Kirche wurde kurz nach der Errichtung der Textilfabrik begonnen.

Igreja Matriz do Sagrado Coração de Jesus
Ebenfalls in klassizistischen Formen gehalten, wurde das Gotteshaus 1801 fertiggestellt und bewahrt Heiligenfiguren aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Außerdem erinnert es an den ursprünglichen Namen des Ortes: Nova Valença do Santíssimo Coração de Jesus.

Câmara Municipal, Fórum und Theater
Erstens war das Stadtpalais von 1849, das die Câmara Municipal beherbergt, die Residenz des Comendadors Sena Madureira, eines der Besitzer der Textilfabrik. Nach seinem Tod wurde es an die Gemeinde verkauft. Noch heute bewahrt das Gebäude die originalen Böden, den Garten mit Brunnen und eine Bank mit einer Rückenlehne aus Azulejos.

Das Fórum wiederum befindet sich in einem historischen Herrenhaus, das einst die Residenz des Staatsrats Zacarias de Góes e Vasconcelos war. Schließlich spiegelt das Teatro Municipal von 1910 den Wohlstand wider, den die Textilindustrie und die Fischerei brachten. Es gehört zum historischen Ensemble der Praça da República und ist bis heute in Betrieb.

Ruinen der Fábrica Todos os Santos
Die 1844 am Ufer des Flusses Una eröffnete Fábrica Todos os Santos war die erste Textilfabrik Bahias. Zudem gilt sie als erster Industriebetrieb des Landes, der mit Wasserkraft betrieben wurde: Wasserräder trieben die Maschinen an und wurden später durch Turbinen ersetzt.

Ende des 19. Jahrhunderts brachte jedoch eine Marktkrise die Fabrik an den Rand des Bankrotts. Daher wurde sie von der Fábrica Nossa Senhora do Amparo übernommen, und die Produktion ging an einem anderen Standort weiter.
Traditionelle Werften
Außerdem bauen die Werften am Flussufer noch immer Holzboote nach traditionellen Techniken. Deshalb lohnt es sich, den Schiffszimmermeistern bei der Arbeit zuzusehen.
Strände von Valença
Praia do Guaibim
Der Distrikt Guaibim, rund 15 km vom Zentrum entfernt, bietet etwa 15 km Strände. Die Küste ist von Kokospalmen und Resten des ursprünglichen Waldes gesäumt, und einige Abschnitte haben gute Wellen zum Surfen. Außerdem befinden sich dort die besten Pousadas der Gemeinde. Die Anreise erfolgt über die BA-001, mit dem Auto oder mit dem Bus.


Ponta do Curral
Die Ponta do Curral hingegen, ein einsamer Strand in einem Umweltschutzgebiet (Área de Proteção Ambiental), ist ein Eiablageplatz für Meeresschildkröten. Der Überlieferung nach gingen dort im 16. Jahrhundert einige der ersten Rinder der Region an Land, und der damalige Pferch (Curral) gab dem Ort seinen Namen. Heute bringen lokale Guides die Besucher von Guaibim aus außerdem mit einem von einem Traktor gezogenen Anhänger dorthin.

Weitere Strände und Wasserfälle
In der Nähe der Gemeinde zählen die Barra do Jiquiriçá und die Praia do Garcez zu den schönsten der Region. Für Abenteuerlustige hingegen bieten die Stromschnellen von Sarapuí insgesamt sieben Fälle und fordern Rafting-Begeisterte heraus; der größte ist die Cachoeira da Andorinha.
Geschichte von Valença
Laut IBGE kamen die ersten Siedler um 1557 bis 1571, während der Regierung von Mem de Sá. Die Angriffe der aimorés (Aimoré-Volk) unterbrachen jedoch die Besiedlung, die erst im 18. Jahrhundert wieder aufgenommen wurde. Im Jahr 1799 wurde schließlich die Vila de Nova Valença do Santíssimo Coração de Jesus gegründet und von Cairu abgetrennt; 1849 wurde die Vila zur Stadt Valença erhoben.
Im Unabhängigkeitskrieg Bahias (Guerra da Independência da Bahia) im Jahr 1823 verbündeten sich ihre Bewohner mit denen von Cachoeira und Santo Amaro, was der Stadt den Titel „A Decidida“ einbrachte. Später, im August 1942, versenkten deutsche U-Boote die Schiffe Itagiba und Arará vor der Küste. Die Überlebenden wurden in Valença aufgenommen und versorgt; deshalb erhielt die Stadt den Beinamen „A Hospitaleira“.
Heute basiert die Wirtschaft vor allem auf Gewürznelken, Pfeffer, Kokosnüssen und dendê (Ölpalme) sowie zusätzlich auf Fischerei und Garnelenzucht.
Häufig gestellte Fragen zu Valença
Wo liegt Valença in Bahia?
Die Stadt liegt im unteren Süden von Bahia, an der Costa do Dendê, am Ufer des Flusses Una.
Außerdem ist sie das wichtigste Tor nach Morro de São Paulo.
Wie kommt man von Valença nach Morro de São Paulo?
In der Regel mit dem Boot oder Schnellboot, ab dem Kai der Stadt oder vom Anleger in Guaibim.
Prüfen Sie jedoch vorher die Abfahrtszeiten, denn sie ändern sich je nach Gezeiten und Jahreszeit.
Hat Valença Strände?
Ja. Der wichtigste ist Guaibim mit rund 15 km Küste.
Auch die Ponta do Curral ist einen Besuch wert.
Warum wird Valença „A Hospitaleira“ genannt?
Weil die Stadt 1942 die Überlebenden von Schiffen aufnahm, die von deutschen U-Booten versenkt worden waren.
Der Titel „A Decidida“ hingegen stammt aus dem Unabhängigkeitskrieg von 1823.
Wie viele Einwohner hat Valença?
Laut der Volkszählung 2022 des IBGE sind es 85.655 Einwohner.
Daher ist sie die größte Stadt der Costa do Dendê.
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